Rückblick auf die Google Cloud Next'26
Der Blueprint 2026 für KI-Agenten in der Google Cloud
Die Google Cloud Next 2026, die vom 22. bis 24. April im Mandalay Bay Convention Center in Las Vegas stattfand, hat bestätigt, dass wir offiziell in die „Agentic Era“ (die Ära der Agenten) eingetreten sind. Das happtiq-Team war vor Ort, als Google enthüllte, wie autonome Technologien zum Standard für den modernen Geschäftsbetrieb geworden sind.
Die Branche ist über frühe Experimente mit Prompt Engineering und RAG-Workflows hinausgewachsen. Heute stehen Senior-Architekten und IT-Entscheider vor völlig neuen Herausforderungen: dem Einsatz produktionsreifer, autonomer Agenten-Flotten und der Reduzierung technischer Reibungsverluste. Google Cloud adressiert dies durch den Aufbau dessen, was im Kern ein Betriebssystem für das „Agentic Enterprise“ darstellt.
Kontrolle: Gemini Enterprise Agent Platform
Die wichtigste Ankündigung der Veranstaltung war der Start der Gemini Enterprise Agent Platform - die formale Weiterentwicklung von Vertex AI zu einem umfassenden Lifecycle-Management-System für Agenten. Sie bietet eine vereinheitlichte Umgebung, um Agenten zu erstellen, zu skalieren und zu steuern, die proaktiv Ziele verfolgen.
Für technische Teams bedeutet dies den Übergang von der Verwaltung einzelner Modelle hin zum Management von „Agentic Loops“. Die Plattform ist um vier strategische Säulen herum aufgebaut:
Build (Erstellen): Entwickler können Prototypen mit dem Low-Code Agent Studio entwerfen oder das aktualisierte Agent Development Kit (ADK) für Code-first-Ansätze und graphbasierte Logik nutzen.
Scale (Skalieren): Die Agent Runtime unterstützt nun langlaufende Agenten, die ihren Status über Tage hinweg beibehalten. Unterstützt wird dies durch eine Memory Bank, die temporäre Sessions durch persistenten Kontext ersetzt.
Govern (Verwalten): Die Kontrolle wird durch die Agent Identity zentralisiert, die jedem Agenten eine eindeutige kryptografische ID zuweist, während ein Agent Gateway die Sicherheitsrichtlinien (Policies) durchsetzt.
Optimize (Optimieren): Teams können Agent Simulation und Evaluation Tools nutzen, um Gedankengänge (Reasoning) nachzuverfolgen und die Leistung der Agenten im Vergleich zum Live-Traffic zu bewerten.
Infrastruktur: Hardware für die Agentic Era
Die Skalierung von Millionen von Agenten erfordert massive Rechenleistung, da diese bis zu 50-mal mehr Tokens verbrauchen als herkömmliche Chatbots. Um diesen Bedarf zu decken, hat Google die 8. Generation seiner TPUs mit einer Split-Chip-Architektur eingeführt:
TPU 8t (Training): Verfügt über eine Collectives Acceleration Engine (CAE), um Latenzen auf dem Chip zu verringern und die Modellentwicklung zu beschleunigen.
TPU 8i (Inference): Kombiniert 288 GB High-Bandwidth Memory (HBM) mit 384 MB On-Chip-SRAM, um den aktiven Datensatz eines Modells vollständig auf dem Chip zu halten. Dies ermöglicht ein um 80 % besseres Preis-Leistungs-Verhältnis (Performance-per-Dollar) gegenüber der Vorgängergeneration.
Verbunden werden diese Komponenten durch das Virgo-Netzwerk – ein Fabric, das über eine Million TPUs zu einem einzigen Supercomputer zusammenschaltet.
Daten: Die Agentic Data Cloud
KI-Agenten sind auf Kontext angewiesen, doch Legacy-Systeme haben oft Schwierigkeiten, diesen in Echtzeit bereitzustellen. Die Agentic Data Cloud schließt diese Lücke.
Knowledge Catalog: Nutzt Gemini, um Geschäftskontexte automatisch über verschiedene Silos hinweg abzubilden – ganz ohne manuelles Tagging. In Kombination mit BigQuery wird so sichergestellt, dass Agenten und Menschen dieselbe Logik verwenden.
Cross-Cloud Lakehouse: Nutzt Apache Iceberg, um Agenten einen Zero-Copy-Zugriff auf Daten bei AWS oder Azure zu ermöglichen. Dies hält die Governance zentralisiert und vermeidet teure Datenmigrationen.
Sicherheit: Agentic Defense
Da Agenten den Übergang vom „Reden“ zum „Handeln“ vollziehen, wird Sicherheit zur absoluten Priorität. Um blitzschnellen Angriffen entgegenzuwirken, hat Google Agentic Defense eingeführt – eine leistungsstarke Kombination aus Googles Threat Intelligence und Wiz. Google SecOps umfasst nun drei spezialisierte Agenten:
Threat Hunting Agent: Sucht proaktiv nach neuartigen Angriffsmustern, die herkömmliche signaturbasierte Abwehrmechanismen umgehen.
Detection Engineering Agent: Identifiziert automatisch Abdeckungslücken und erstellt Erkennungsregeln für neue Bedrohungsszenarien.
Wiz AI-Application Protection: Stellt eine KI-Stückliste (AI-Bill of Materials, AI-BOM) bereit, um jedes KI-Framework, Modell und jede IDE-Erweiterung in Ihrer gesamten Umgebung automatisch zu inventarisieren und so „Shadow AI“ (Schatten-KI) aufzudecken.
Produktivität: Die Agentic Taskforce in Workspace
In Google Workspace ermöglicht die Agentic Taskforce der breiten Belegschaft die Nutzung dieser Tools. Mit „Skills in Workspace“ können Unternehmen Standard-Betriebsabläufe (SOPs), wie zum Beispiel Rechnungsprüfungen, automatisieren. Zudem hat Google A2UI (Agent-to-User Interface) vorgestellt, einen Open-Source-Standard auf Basis von deklarativem JSON, der es Agenten ermöglicht, sichere und markenkonforme Benutzeroberflächen eigenständig zu generieren.
Entwicklung und Deployment
Für all jene, die diese Systeme entwickeln, verändert sich die Developer Experience grundlegend:
Antigravity Editor: Eine Gemini-gestützte IDE, die via MCP mit Ihrer gesamten Cloud-Umgebung verbunden ist. Sie ermöglicht es Entwicklern, Apps zu generieren und Benutzeroberflächen einfach per Point-and-Click anzupassen.
Agents CLI: Ein spezialisiertes Tool (ausgeführt über uvx google-agents-cli), das den gesamten Scaffolding-, Evaluierungs- und Deployment-Zyklus übernimmt.
Cloud Run Agent Sandboxes: Isolierte Umgebungen, die innerhalb von Millisekunden hochfahren. Sie erlauben es Agenten, modellgenerierten Code sicher auszuführen, ohne ein Risiko für das Host-System darzustellen.
Conclusion
Die Ankündigungen der Google Cloud Next 2026 markieren das Ende der Experimentierphase der generativen KI. Wir sind in die Ära der „Systems of Execution“ eingetreten. Durch die Bereitstellung des einheitlichen „Bindegewebes“ der Gemini Enterprise Agent Platform, spezialisierter TPU-v8-Hardware und der Agentic Data Cloud hat Google den Fokus von der Frage „Können wir einen Agenten bauen?“ hin zu „Wie verwalten wir Tausende von ihnen?“ verschoben.
Für Organisationen, die in dieser neuen Landschaft eine Vorreiterrolle einnehmen wollen, ist die Priorität klar: Standardisieren Sie Ihre Agent-Governance, vereinheitlichen Sie Ihren Datenkontext und sichern Sie Ihre autonomen Workflows ab.
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